Tierversuche

Aus wissenschaftlicher Perspektive

Der Österreichische Tierschutzverein lehnt Tierversuche aus Tierschutzgründen ab. Eine wachsende Zahl an Ärzten und Wissenschaftlern, kritisiert Tierversuche auch aus fachlicher Sicht. Ihrer Ansicht nach sind Tierversuche ungenau, unzuverlässig, teuer und langwierig - einfach schlechte Wissenschaft!

Der Tierversuch ist kein Garant für die Sicherheit eines Medikaments, einer Chemikalie oder eines Kosmetikums. Die Ergebnisse von Tieren lassen sich nicht auf Menschen übertragen. Die Unternehmen sichern sich damit lediglich versicherungsrechtlich ab. So wurde der Baustoff Asbest dazumals an Ratten getestet und als ungefährlicher Brandschutzstoff befunden. Jahrzehnte später wissen wir: Asbet ist stark krebserregend! Diese Erkenntnis wurde durch die genaue Beobachtung von Menschen und ihrer Lebensumständen gewonnen. Noch ein Beispiel: Das bekannte Gift Arsen ist für Menschen sehr gefährlich, für Schafe aber verträglich.

Es gibt etliche Medikamenten, die im Tierversuch völlig anders wirkten und vom Markt genommen werden mussten, da beim Menschen bedrohliche Nebenwirkungen auftraten oder die gewünschte Wirkung ausblieb. So verursachte unter anderem die Schlankmacher-Pille Acomplia© psychische Störungen und führte zu Suizid, der Cholesterinsenker Lipobay© bewirkte Muskelzerstörung und zum Teil den Tod. Der "Versuch" am Menschen bleibt daher nicht erspart und so müssen Millionen von Tieren einen nicht nur grausamen, sondern auch sinnlosen Tod sterben. Pharmakonzerne haben jedoch nur ein kleines Zeitfenster zwischen der Zulassung eines Medikaments für den Markt und dem Erlöschen ihres alleinigen Vermarktungsrechts, bevor die Konkurrenz das Produkt günstiger produzieren kann und darf. Daher wird oft auf kleine Testgruppen verzichtet. Es wird versucht, so viel Profit wie möglich zu machen.

Andererseits ist unbekannt, wie viele Medikamente inzwischen nicht auf den Markt gekommen sind, weil sie im Tierversuch zwar durchgefallen sind, aber für Menschen heilsam wären. Aspirin, Penicillin, Ibuprofen und viele andere Wirkstoffe gibt es bereits länger als Tierversuche, sie hätten jedoch nie eine Zulassung bekommen.
 

Völlig sinnfreie Tierversuche

Heute streitet kaum noch jemand ab, dass jedes Tier ein fühlendes Lebewesen ist. Dennoch verringert sich die Anzahl der "verwendeten" Versuchstiere nicht, im Gegenteil, in den letzten Jahren nahmen die Opferzahlen sogar wieder zu. Sinnlose Experimente der Grundlagenforschung ufern aus. Zum Beispiel wurden an der Universität Bremen im Institut für Hirnforschung Experimente an jungen Ratten mit Alkohol durchgeführt mit dem "überraschenden" Ergebnis, dass Alkohol schlecht für die kindliche Entwicklung ist. Muss das wirklich sein? Wem nützt diese nicht gerade überraschende Erkenntnis?
 

Warum werden nach wie vor Tierversuche durchgeführt?

Das Problem liegt in der viel zu geringen Förderung zur Erforschung von tierversuchsfreien Testmethoden und den oft Jahrzehnte dauernden Zulassungsverfahren für diese. Wissenschaftler, die ohne Tierversuche arbeiten wollen, werden immer noch von der Fachwelt belächelt und in Studium und Ausbildung kommt man nicht darum herum.

Ein zusätzliches Problem ist das sogenannte "Retesting", also das mehrmalige Testen von ein und derselben Substanz. Grund dafür ist die fehlende Standardisierung der Labors, bereits ein Temperaturunterschied von wenigen Graden von einem Labor zum anderen erfordert ein Retesting.
 

EU-weites Verbot für Tierversuchs-Kosmetik seit März 2013!

Viele Jahre bemühte sich der Österreichische Tierschutzverein, ein Tierversuchsverbot zur Herstellung von Kosmetika in der EU durchzusetzen. Die Kosmetikrichtlinie, die ein Verbot von Tierversuchen am Endprodukt und an den Inhaltsstoffen vorsehen soll, wurde stufenweise verwirklicht.
 

In einem ersten Schritt wurden Tierversuche für die Prüfung von fertigen kosmetischen Produkten wie Shampoos, Lippenstifte oder Duschcremes in der EU seit 11. September 2004 verboten. Der EU-Ministerrat musste auch der Forderung des Europäischen Parlaments nachkommen und ein Tierversuchsverbot für die Inhaltsstoffprüfung (z.B. für Tenside, Konservierungs- oder Duftstoffe) ab 2009 festlegen. Auch ein Verbot des Verkaufs von neuen Kosmetika, die außerhalb der EU in Tierversuchen entwickelt wurden, ist seit 11. März 2013 EU-weit gültig.

Für geschätzte 28.000 Tiere jährlich ist dieses Verbot ein Lebensretter, doch der Großteil der Versuchstiere wird dennoch weiterleiden. Der Teufel liegt nämlich im Detail. Das Verbot bezieht sich nur auf Stoffe, die ausschließlich für Kosmetika verwendet werden. Die meisten werden jedoch auch in der Chemo-Industrie gebraucht und müssen somit laut EU-Chemikaliengesetz an Tieren getestet werden.

Unsere Broschüre "Schönheit ohne Tierleid" können Sie hier anfordern.

Detaillierte wissenschaftliche Fakten finden Sie auf http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/

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