Kupierte Hunde leiden 22.11.2012

Die vier Monate junge Dobermannhündin Kaja hatte es bisher nicht leicht. Zuerst wurde sie - entweder noch vom Züchter oder von ihrem bisherigen Besitzer ins Ausland verbracht, um sie einer Tortur auszusetzen, die in Österreich und vielen Ländern als Tierquälerei verboten ist. Kaja wurden die Ohren und die Rute (Schwanz) kupiert. Die Prozedur verursacht nicht nur während ihrer Durchführung sondern noch Wochen später starke Schmerzen. Die Maßnahme ist deshalb tierschutzwidrig und strafbar!

Die Rute als Hauptmittel der Kommunikation fehlt vielen kupierten Hunden ein Leben lang.

„Die kupierten Hunde kommen häufig in Konflikt mit anderen Hunden, weil auch die Ohrenhaltung viel über die momentane Gefühlslage aussagt und der Hund dadurch leicht missverstanden wird“, weiß Sonja Trailovic, leitende Hundetrainerin des Österreichischen Tierschutzvereins.

Obwohl das Kupieren der Ohren und der Rute in Österreich verboten ist, besteht kein Importverbot für kupierte Hunde. Aus diesem Grund werden die „Schönheitsoperationen“ oft im Ausland durchgeführt. Der Österreichische Tierschutzverein fordert daher dringend: Österreich muss sich ein Beispiel an der Schweiz nehmen, wo der Import von kupierten Hunden verboten ist, es sei denn für Kurzbesuche oder die Amputation erfolgte nachweislich aus medizinischer Notwendigkeit.

Beim Kupieren der Ohren wird das Ohr mit einer Metallklemme beschnitten und vernäht. Die Ohren werden dann unter Spannung mit Klebeverband befestigt, bis das Ohr von selbst in aufrechter Position steht. Die Befürworter des Kupierens bringen als Argument häufig, dass Hunde mit hängenden Ohren häufiger dazu neigen, Ohrenentzündungen zu entwickeln. Das ist zwar richtig, jedoch entstanden die hängenden Ohren mancher Rassen erst durch Züchtungen. Die meisten Hundebesitzer kupieren die Ohren jedoch nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil der Hund dadurch wesentlich schärfer wirkt.

Die Junghündin Kaja war damit noch nicht am Ende ihres Leidensweges: wegen unerwarteter Arbeitslosigkeit musste ihr Herrchen in eine kleinere Wohnung umziehen. Der Welpe war dort nicht mehr erwünscht und wurde daher auf einem „Assisi-Hof“ des Österreichischen Tierschutzvereins abgegeben. Kaja wartet hier auf ein neues dauerhaftes Zuhause bei verantwortungsvollen Tierfreunden. Wer sich für Kaja interessiert, meldet sich bitte beim Österreichischen Tierschutzverein unter 0662 / 843255.

 

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