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Immer mehr Tiertransporte durch Österreich

Sie rollen weiter, trotz massiver Proteste, trotz Anzeigen durch Tierschutzvereine ist kein Ende abzusehen bei dem qualvollen Thema Lebendtiertransport. Im Gegenteil, das Geschäft blüht, Spediteure aus dem Osten zeigen sich wöchentlich mit neuen zusätzlichen Fahrzeugen auf Österreichs Straßen, nahezu unkontrolliert karren sie Fernzüge voll Tierleid durch unser Land.

TIERTRANSPORT8Sie starten in Litauen, Polen, Rumänien und anderen Ländern und haben meist Italien und die dortigen Hafenstädte zum Ziel, von denen es weiter geht, nach Griechenland,  Libyen und anderen Destinationen.Von allen europäischen Tiertransporten gehen 73% auf das Konto des Fernverkehrs. 33% der Tiertransporte weisen tierschutzrelevante Mängel zu den in Bezug ohnedies sehr laxen Gesetzen auf, wie Überladung, nicht funktionierende Getränkenippel oder zu lange Transportzeiten ohne Rast.

Transportiert wird alles was Geld bringt, von wenige Tage alten Kälbern, Ferkeln, trächtigen Kühen, Stieren, Schweinen, Hühnern, Enten, Pferden, bis zu Nerzen!
Regelmäßig kommen mit 400 und mehr Schweinen beladene Lastzüge aus dem Norden Europas nach 30-stündiger Fahrt in den Schlachthöfen Hollabrunn oder Graz an. Tierschützer haben festgestellt, dass jede Woche einige tausend etwa 14 Tage alte männliche Kälber nach mehrmaliger Verladung und insgesamt 70-stündiger Fahrt in Südspanien zur Mast entladen werden. Bei diesem Transport wird nicht einmal Wasser zur Verfügung gestellt: die Tiere, an deren Körpern oft noch die Nabelschnur baumelt, sind zu jung um Wasser zu vertragen.

Die auf Hochglanz polierten Zugmaschinen mit ihren oft völlig geschlossenen Aufbauten sind mittlerweile nur mehr auf den zweiten Blick als Tiertransporter erkennbar, hinter den dicht geschlossenen Bordwänden herrschen Angst und Verzweiflung, lediglich schmale Lüftungsschlitze gewähren einen Luftaustausch mit der Außenwelt.
Die geschundenen Tiere werden meist unkontrolliert transportiert, die wenigen Tiertransportinspektoren tun zwar was in ihrer Macht steht, doch die Ausbeute an Strafen ist marginal. Tierschützer zeigen immer wieder Transporte an, mit dem Ergebnis einer Geldstrafe für den Transporteur, hin und wieder müssen Tiere abgeladen werden, um nach längstens 24 Stunden erneut ihre Tortour fortzusetzen.

lamm-fesrliegend Nicht nur Schlachttiere werden transportiert, immer noch starten auch Zuchtrinder  wie etwa  von Amstetten in Niederösterreich auf ihre endlose Fahrt bis beispielsweise Armenien. Diese Tiere sind mindestens sechs Tage unterwegs - ohne Pause!
Ihr qualvoller Leidensweg geht von Niederösterreich über Ungarn, Rumänien, Bulgarien, hier von Varna zwei Tage mit der Fähre nach Georgien und von da weiter zum Zielland Armenien.
Besonderer Wahnsinn dabei ist, dass die zwei Tage auf der Fähre laut Gesetz als Ruhezeiten gelten! Die Tiere müssen daher nirgends für eine tatsächliche Ruhezeit abgeladen werden - all das wird immer noch seitens der EU subventioniert, denn der Subventionsstopp gilt nur den Schlachttiertransporten.

Im Jahr 2004 stellte das Landwirtschaftsministerium in einer Exportoffensive erstmals gezielt Budgetmittel zur Verfügung, um Tiertransporte in Österreich zu fördern! Die Zentrale der  österreichischen Rinderzüchter verkündete 2005 stolz, dass Österreichs Rinderexporte nach Rumänien verdreifacht und nach Albanien signifikant erhöht werden konnten. Nach Bulgarien, Serbien und die Ukraine sollen künftig ebenfalls Tiertransporte rollen. Neben erwachsenen Rindern werden heute jährlich 80.000 Kälber aus der Milchindustrie lebend aus Österreich abtransportiert. Allein durch die Steiermark rollen jährlich 174.000 Tiertransporte. Zahlen, die den täglichen Horror auf unseren Strassen untermauern!

Eine spürbare Verschärfung der Auflagen für Tiertransporte in der Europäischen Union wird mindestens bis 2009 auf sich warten lassen. Etwa 17,5 Millionen Rinder, Schafe und Schweine werden jährlich auf langen Strecken durch die EU transportiert. Die EU-Agrarminister einigten sich zwar auf technische Verbesserungen, die von TierschützerInnen besonders angeprangerte Höchstdauer der Transporte wurde aber ebenso ausgeklammert wie Vorschriften, um den Tieren ausreichend Platz bei den Fahrten zu geben. Zwar können  Transporte nun durch  ein satellitengestütztes System besser kontrolliert werden, am tatsächlichen Elend ändert sich jedoch nichts. Derzeit können beispielsweise Schweine bis zu 24 Stunden am Stück transportiert werden.
lamm-festliegend1Das neue Tiertransportgesetz für Österreich, das 2007 im Nationalrat beschlossen wurde, bringt nur vordergründige Verbesserungen. 4,5 Stunden soll nun höchstens der Transport für Schlachttiere dauern, aber kein Gesetz in Österreich ohne Ausnahmen!

Wenn es aus geographischen oder strukturellen Gründen oder aufgrund von aufrechten Verträgen notwendig ist, darf die Beförderungsdauer auf maximal 8 oder im Falle von Transporten, bei denen aufgrund kraftfahrrechtlicher Bestimmungen Lenkerpausen einzuhalten sind, auf 8,5 Stunden verlängert werden.
Kurios,  dass diese Ausnahmeregelungen von keiner Behörde bewilligt werden müssen, also sich die Betriebe selbst überlegen können, ob sie darunter fallen oder nicht.

Für Legehennen auf dem Weg zum Schlachthaus gelten prinzipiell noch längere Transportzeiten, sie dürfen grundsätzlich 8 Stunden, im Ausnahmefall bis zu 10 Stunden, transportiert werden.
Legehennen werden in Transportkisten gestopft, so eng, dass sie sich nicht einmal mehr umdrehen können. Gebrochene Beine und Flügel sind hier keine Seltenheit. Fatal der Umstand für so genannte Nutz- und Zuchttiere, denn sie dürfen ebenfalls bis zu 10 Stunden transportiert werden!

Des weiteren fehlen sämtliche Regelungen für den Transport von kranken, ganz jungen oder schwangeren Tieren. Laut EU-Richtlinie dürfen keine Tiere transportiert werden, die unmittelbar vor oder nach einer Geburt stehen.
Einzig ein Verbot von Lebendtiertransporten kann dieser unendlichen Quälerei ein Ende bereiten! Der Österreichische Tierschutzverein wird an dieser Forderung festhalten und alles unternehmen, damit den grausamen Tiertransporten Einhalt geboten wird!

Helfen Sie mit, unterstützen Sie unseren Kampf mit einer Spende!

 



28.02.2008 14:45

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