Tierhandel
Schätzungen zufolge kommen allein nach Österreich 25 Hundetransporte mit durchschnittlich fünf Hunden pro Transport an einem Tag! Für die Händler ein Riesengeschäft, für die Tiere ein Horror.
Die Welpen sind meist zu jung, die Impfpässe gefälscht, Chips fehlen. Oft sind sie verwurmt, vom Transport entkräftet und noch schlimmer, meist sind sie schwer krank: Staupe, Parvovirose sind an der Tagesordnung, aber auch die Tollwut kann nicht ausgeschlossen werden.
Die Käufer handeln meist in rühriger Absicht, aus Mitleid kaufen sie ein kleines Tier aus dem Kofferraum, viele aber lassen sich durch die Billigpreise der Rassehunde locken und bestellen die Tiere direkt beim Händler im Ausland. Tageszeitungen und Internetseiten sind voll mit diesen dubiosen Inseraten, das Geschäft boomt.
Für die neuen Tierbesitzer kommt das böse Erwachen meist schon in den folgenden Tagen, das vermeintliche Schnäppchen entpuppt sich als Kostenfalle, die Tiere sind krank, die Tierarztkosten steigen. Oft sterben die Tiere trotz aller Bemühungen, oder sie landen im Tierheim, weil die Besitzer sich die Kosten nicht leisten können, oder wollen.
Die Elterntiere im Ausland, also die eigentlichen Produzenten, fristen ein grauenvolles Dasein, der Österreichische Tierschutzverein hat bei einigen Züchtern recherchiert und fand unter hunderten Tieren Rottweiler und Bordeaux-Doggen in Käfigen, Bulldogen, Westies, Yorkies, alle in kleinen , schmutzigen Zwingern, die neugeborenen Welpen auf dem kalten Boden. Die Mütter müssen ihre Jungen mittels Kaiserschnitt zur Welt bringen, werden also mehrmals im Jahr aufgeschnitten! Auf eine Trächtigkeit folgt die nächste, wenn sie völlig ausgelaugt sind, werden sie entsorgt. Großabnehmer, unter ihnen auch österreichische Hundepensionen, sorgen dafür, dass das Geschäft am Laufen bleibt.
Der Österreichische Tierschutzverein hat einige versuchte Verkäufe in Österreich gestoppt und zur Anzeige gebracht, leider reagieren die Behörden nicht immer im Sinne der Tiere.
Meist sind Polizei und Amtstierarzt mit der Materie völlig überfordert und wissen nicht, wie sie handeln sollen, auch die zuständigen Behörden schieben es von einem Ministerium zum Nächsten und raten den Tierschützern zu vermehrter Öffentlichkeitsarbeit.
Das für Tierschutz zuständige Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend verspricht zwar Besserung, Gesprächsrunden mit Tierschutzvereinen sind jedoch nicht geplant.
Bei einem in Nickelsdorf gestoppten Transport mit zwölf Hundewelpen wurden die Tiere zwar beschlagnahmt, der Händlerin drohen jedoch wenn überhaupt nur geringe Strafen, die sie mit links bezahlt, bringt doch ein einmaliger Transport nach Österreich ein Vielfaches mehr ein.
Der Österreichische Tierschutzverein war zum Thema Hundehandel in der ORF-Sendung Help-TV, wo zumindest der Versuch gestartet wurde, die breite Öffentlichkeit zu informieren und die Behörden aus ihrem Dornröschenschlaf wachzurütteln.
In einem konkreten Fall in Wien, auch hier stoppte der Österreichische Tierschutzverein einen Verkauf, zeigte der zuständige Amtstierarzt, Mag. Joseph Ottermayer, an den gehandelten Hunden überhaupt kein Interesse, auch den offensichtlich gefälschten Impfpässen schenkte er mehr Glauben als den Tierschützern. Im Gegenteil, er klärte die Hundehändler in einem stundenlangen Gespräch auf, wie sie künftige Transporte durchführen sollten, um keine Probleme zu bekommen, die offensichtlich zu jungen Welpen schickte er zurück ins Herkunftsland, mitsamt den Hundehändlern.
Die Hauptproblematik: An den Grenzen wird so gut wie nicht mehr kontrolliert, mit dem Fallen des Schengenabkommens 2008 wird es für die Händler sogar noch leichter werden.
Abhilfe würde nur schaffen, wenn man endlich die Hinweise der Tierschutzvereine ernst nehmen und auf Anzeigen im Sinne des Tierschutzes reagieren würde. Mehr Kontrollen sind unbedingt notwendig, rigoros hohe Strafen für Händler und die Erhöhung des Mindestalters für Welpen, die ohne Mutter transportiert werden von acht auf zwölf Wochen.
Der Österreichische Tierschutzverein wird weiterhin diese tierquälerischen Verkäufe aufdecken und seine Forderungen an die zuständigen Politiker und Beamten stellen!
Helfen Sie uns, indem Sie keine Tiere aus dem Kofferraum kaufen, auf unseren "Franz von Assisi-Höfen" finden Sie sicherlich einen passenden tierischen Gefährten, werfen Sie doch einen Blick auf www.tierschutzverein.at oder rufen Sie uns an unter: 01/8973346
Worauf Sie achten sollten, wenn sie einen Welpen kaufen:
- Sie sollten unbedingt das Muttertier sehen, ansonsten Finger weg!
- Bietet der Züchter eine große Zahl an verschiedenen Hunderassen, ist das ein eindeutiges Indiz für Massenproduktion.
- Die Welpen müssen älter als acht Wochen sein, erst dann dürfen sie auch vom Gesetz von der Mutter getrennt werden.
- Zu junge Tiere sind nicht sozialisiert und können später zum Problemhund werden!
- Ein seriöser Züchter will mit Ihnen Kontakt halten, um zu sehen was aus dem Welpen geworden ist, ein Massenproduzent verscherbelt seine Hunde an den Erstbesten.
- Kaufen Sie keine Tiere aus Billiginseraten und aus dem Kofferraum, Sie helfen den Tieren dadurch nicht, die Produktion wird weiter angekurbelt und das Tierleid wird somit nie beendet!
Bestellen Sie kostenlos beim Österreichischen Tierschutzverein das Merkblatt "Wegweiser für zukünftige Hundebesitzer".
06.03.2008 14:02
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