Jagd
Das Thema Jagd ist auch in Österreich ein sehr umstrittenes, auf der einen Seite stehen die glühenden Verfechter und Anhänger des Weidwerks, unter ihnen nicht selten Prominente und namhafte Politiker, auf der anderen Seite Wanderer, Mountainbiker und nicht zuletzt die zahlreichen Tierbesitzer und Tierschützer.
Viele unter ihnen zählen zu den Betroffenen, denen ein Tier erschossen wurde - übereifrige Jäger oder einfach schießwütige Grünröcke blasen immer öfter zum Halali auf Hunde und Katzen.Zur Zeit liegen nur Zahlen aus Deutschland vor, hier werden etwa 400 000 Katzen und 65 000 Hunde pro Jahr erschossen, diese Zahlen lassen sich dementsprechend mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf Österreich umlegen.
Das Jagd- und Fischereigesetz unterliegt nicht dem Bundestierschutzgesetz.
Da es neun unterschiedliche Gesetze gibt, ist es sehr schwer, hier eine einheitliche Regelung zu finden.
Das allein ist jedoch nicht das eigentlich Problem, vielmehr stehen in den Jagdgesetzen so gut wie keine Reglementierungen, wie mit den Tieren umzugehen ist und was verboten sein muss - man beschränkt sich auf seitenlange Ausführungen über Jagdgebiete, Pachtrechte u.a.m. Tierschutz kommt überhaupt nicht vor, es wird lediglich darauf verwiesen, dass der Jäger weidgerecht zu handeln habe - unter den Terminus "weidgerecht" fällt jedoch fast alles, was im Sinne der Jäger ist.
Zweifelsohne fallen Jagdpraktiken wie die Treibjagd, die Jagd auf monatelang in Gefangenschaft gehaltene Fasane und das Hetzen von Jagdhunden auf flugunfähige Enten unter Tierquälerei.
Österreich ist ein Land der Jäger, besonders verdeutlichen dies folgende Zahlen:
Es gibt 1225 Jagdgebiete mit 634 Berufsjägern und insgesamt 116 089 gültigen Jahresjagdkarten, sprich ebenso vielen Jägern.
Jäger bezeichnen sich gerne als Natur- und Artenschützer, die wenigen Berufsjäger unter ihnen mögen diese Themen ein tatsächliches Anliegen sein, den vielen Hobbyjägern mit Sicherheit nicht.
Es geht jedoch auch ohne Jagd, dies beweisen der Nationalpark Gran Paradiso in Italien, der Schweizer Kanton Genf und die Niederlande, wo die Jagd weitgehend verboten ist.
Petition gegen Krähenfallen
Der Österreichische Tierschutzverein hat im Petitionsausschuss der EU eine Petition gegen die grausamen Krähenfallen eingereicht, die Krähenfalle wurde bereits in fast alle Novellen der Jagdgesetze aufgenommen.
Der Ausschuss hat die Petition als wichtig erachtet und an die EU-Kommission weitergeleitet. Österreich verletzt mit der Legalisierung der Krähenfalle nach Ansicht von Juristen die EU-Vogelschutzrichtlinie.
Zum Petitionstext
Probleme, verursacht durch die Jagd
Zusammenfassend lassen sich die folgenden ökologischen Problempunkte aufzählen:
- Jagd verändert das natürliche Verhalten und das soziale Zusammenleben von Tieren in extrem negativer Weise, was für das Individuum unnatürliche Stress-Situationen nach sich zieht (z.B. unnatürlich hohe Wilddichte, viel mehr weibliche als männliche Tiere, keine alten weisen Tiere, die die Herde sicher führen können, immer frühere Geschlechtsreife).
- Jagd drängt Tiere in artuntypische Verhaltensweisen (z.B.Nachtaktivität).
- Jagd setzt durch intensiven Raubwildabschuss im Zusammenwirken mit der Hege die natürliche Selektion außer Kraft, was der Gesamtkonstitution der betroffenen Beuteart abträglich ist.
- Jagd - speziell auf Füchse - begünstigt maßgeblich die Ausbreitung der Tollwut!
- Jagd macht Tiere weit über Gebühr menschenscheu.
- Jäger betreiben durch unnatürliche Selektions- und Regulationsmechanismen eine zwangsläufige Falschauslese (z.B. große Trophäen).
- Jagd trägt maßgeblich zur Ausrottung und Gefährdung verschiedener Arten bei (z.B. Auerhahn, Nerz, Bär, Wolf, Luchs, Adler, Steinbock, etc.).
- Jagd führt durch Angststress der Tiere zu erhöhtem Wildverbiss am ohnehin durch die Umwelt belasteten Wald.
- Hege von Reh- und Rotwild, insbesondere Fütterungen sowie medikamentöse Prophylaxe gegen Krankheiten und Parasiten führt zu erhöhtem Wildbestand, der wiederum Wildverbiss verursacht.
- Hege hat mit natürlichen Gegebenheiten nichts zu tun und läuft diesen vielmehr zuwider.
- Hege degradiert die Natur zur Kulisse für die künstliche Heranzucht unnatürlich hoher, menschenabhängiger Reh-, Hirsch- und Fasanbestände.
- Hege setzt absichtlich die natürliche Selektion und Regulation vieler Tierbestände außer Kraft.
Die Forderungen des Österreichischen Tierschutzvereins:
- Jagd in das Bundestierschutzgesetz
- Verbot des Haustierabschusses -mehr .....
- Neuordnung der Abschusslisten
- Regelung zum Aufstellen von Hochständen (auf einer Lichtung nicht selten 4-5 Hochstände)
- Verbot von Schrot - große Umweltbelastung
- Verbot der Hobbyjagd
- Stärkere Kontrollen (Einhaltung der Abschusszeiten, Gatterjagd, Kirrung)
Themen JAGD:
- Bestellung Jagdfolder
- Bericht über die Promijagd im November 2007
- Jagdumfrage
- Jäger als Lusttöter
- Großdemo in Wien im April 2008
- 8. Hubertusmesse im Stephansdom 2008
- Jagd auf Greifvögel
- Fallenfang in Österreich
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