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Stierkampf

Stier1Im frühen 18. Jahrhundert kam der Stierkampf in Sevilla in seiner heute bekannten Form auf. Für die Veranstaltungen wurden ab 1785 Arenen gebaut. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts breitete sich die spanische Corrida auch verstärkt in Südfrankreich aus.

Der Stierkampf lebt in erster Linie von Touristen, ihr Anteil an den Arena-Besuchern beträgt 90%. Für viele ist er ein geplanter Fixpunkt während einer Spanienreise, weil sie der Meinung sind, daß man das einmal gesehen haben muß… Viele wissen auch im vorhinein nicht genau, worum es sich bei einem Stierkampf eigentlich handelt und daß dabei tatsächlich ein Stier getötet wird. Tatsächlich wird auch in den Medien nie vom Todeskampf des Tiers am Boden und den langsam eintretenden Tod durch die zugefügten Verletzungen berichtet.

Jeder, der sich einen Stierkampf ansieht, und sei es auch nur "ein einziges Mal…", sorgt für das Weiterbestehen dieser grausamen Tradition.

Corrida_klDie Stierkampfsaison dauert von April bis Oktober, die Kämpfe finden meist am Sonntag nachmittag um 17.00 Uhr statt. Eine Stierkampfveranstaltung (Corrida) setzt sich aus sechs einzelnen Stierkämpfen zusammen, ein Kampf spielt sich in drei Akten ab und dauert 20 Minuten.

Der Matator (Töter) ist der eigentliche Meister der Corrida, Picadores (zu Pferd) und Banderilleros gehören zu seiner Mannschaft (Cuadrilla) und sind Gehilfen, die die Arbeit des Matadors vorbereiten und unterstützen. Sie alle nennt man Toreros.

Der Einzug in die Arena

Beim Vorführen des Stieres versucht einer der beiden Banderilleros die Aufmerksamkeit des Tieres auf seine Umhang (capa) zu lenken. Der Matador beobachtet dabei die Eigenheiten des Stieres - wie er zustößt, ob er hartnäckig angreift oder "feig" mit den Hufen scharrt.

Dann beginnt das Vorspiel - der Matador tritt dem Stier mit einer ausgebreiteten capa gegenüber und führt sein Kunst dem Publikum vor. Der Stier betrachtet erst die Capa als Feind, nicht aber den Matador. Nach ca. 15 bis 20 Minuten hat er die Manipulation durchschaut, das ist der Grund, weshalb er bis dahin tot sein muß.

1. Drittel - Tercio de varas:

Der auf einem Pferd in Schutzmontur sitzende Picador verletzt den Stier mit einer 9 cm langen Lanzenspitze (pica) um ihn zu "bestrafen" und fügt ihm dabei tiefe Wunden über dem 5. Wirbel zu. Obwohl die Stierkampfregeln ein mehrmaliges Einstechen an der selben Stelle eigentlich verbieten, werden Muskeln und Bänder oft regelrecht zerfetzt, sodaß der Stier seinen Kopf nicht mehr heben kann und große Schmerzen empfindet.

2. Drittel - Tercio de Banderillas:

Sechs mit bunden Bändern geschmückte Spieße (Banderillas) werden von 3 Gehilfen des Matadors (Banderilleros) jeweils paarweise mehrere Zentimeter tief in den Körper des Stieres gestoßen. Sie bleiben durch große Widerhaken am Stier hängen und wippen bei jedem Schritt, was immer wieder große Schmerzen und Blutungen auslöst.

3. Drittel - Tercio de Muleta y Estocada:

Dieser Teil dauert ca. 8 Minuten. Der Matador erregt mit einem roten Tuch (Muleta) an einer Holzstange erneut die Aufmerksamkeit des Stieres. Sobald der Stier den Kopf senkt, stoßt er ihm seinen Degen in den Brustkorb, um ihn mit mit einem gezielten Stoß (estocada) in die hintere Aorta zu töten. Selten gelingt es, den Stier mit einem einzigen Stoß zu töten und der Todesstoß muß wiederholt werden. Sollten drei Degen nicht ausreichen, wird das Rückenmark mit einem oder mehreren Dolchstößen durchtrennt. Wenn nur die Nerven erreicht werden ist das Tier zwar gelähmt, aber noch nicht tot. Nach einer erfolgreichen estocada bricht das Publikum in ein großes "Olé!" aus.

Ob das Publikum mit dem Kampf zufrieden war, wird durch das Schwenken von weißen Tüchern beurteilt, es bittet damit den Präsidenten der Corrida, dem Torero ein Ohr des Stieres zuzugestehen. Die höchste Auszeichnung für den Matador ist es, wenn das Publikum solange weiße Tücher schwenkt, bis der Torero beide Ohren und den Schwanz des Stieres erhält, die dem Stier bei lebendigem Leib abgeschnitten werden. Er wird anschließend von Maultieren aus der Arena geschleift.

Was gibt Menschen das Recht, ein Tier auf diese brutale Weise zu Tode zu quälen?

Die Vorbereitung der Tiere:

Insiderinformanten sprechen von grausamen Quälereien, die bereits Wochen vor dem Kampf beginnen sollen, um die Tiere zu schwächen, weil der Matador ansonsten nicht die geringste Chance hätte, den Kampf zu überleben:

  • die Stiere werden mit Beruhigungs- und Abführmitteln, sowie Schlägen in die Nieren geschwächt
  • die Stunden vor dem Kampf verbringen sie in absoluter Dunkelheit
  • Vaseline wird in ihre Augen geschmiert, um ihr Sehvermögen zu trüben
  • die spitzen Hörner werden abgeschliffen, denn durch die Kürzung verlieren sie den Sinn für die Entferung und stoßen ins Leere nebenbei verursacht dieses Kürzen langanhaltende Schmerzen, weil in den Hörnern sehr empfindliche Nerven laufen
  • in die Nasenlöcher wird Watte gestopft, um ihnen das Atmen zu erschweren

Nicht weniger Grausames erleiden die Pferde während dieses Spektakels…

stier_pferdDie Pferde sind meist sehr alt und sind allein durch den Geruch der gepeinigten, blutüberströmten Stiere in einer enormen Streßsituation. Entgegen einer entsprechenden Verordnung wird ihnen in den meisten Fällen nicht nur ein, sondern beide Augen zugebunden. Um ihre Hörfähigkeit zu verschlechtern, wird ihnen nasses Zeitungspapier in die Ohren gestopft. Um die Menschenmassen durch ihre Angstschreie nicht zu irritieren, werden ihnen die Stimmbänder durchgeschnitten. Jährlich werden ca. 3.000 Pferde von Stieren trotz der Schutzausrüstung aufgespießt.

Viele Feste, bei denen der Stierkampf ein unverzichtbarer Bestandteil ist, sind Kirchenfeste. Die katholische Kirche findet nichts dabei, ihre Heiligen durch grausames Opfern von Tieren zu ehren. Bischöfe und Pfarrer sitzen regelmäßig in den Rängen der Arenen und segnen das satanische Spiel. Im Katechismus der katholischen Kirche von 1997 heißt es, daß man sich der Tiere zu Freizeitgestaltung bedienen kann…

"El Toro de Coria" - ein Stier wird stundenlang durch die Straßen getrieben während die Menschenmenge spitze Pfeile auf ihn wirft - der Stier als lebende Dart-Scheibe. Wenn er unfähig ist, weiterzulaufen, werden ihm die Hoden bei lebendigem Leib abgeschnitten.

"Toros de Fuego"
Medinacelli - in Soria werden dem Stier brennende Kugeln auf die Hörner gesetzt und er damit durch die Straßen gejagt, die Kugeln brennen stundenlang, bis die Hörner verbrannt sind - in ihrer Verzweiflung laufen die Stiere gegen Wände.

"El Toro de la Vega" - in Tordesillas wird jährlich zu Ehren der "Virgen de la Pena" ein mit Lanzen gemarterter Stier, begleitet von einer gröhlenden Menschenmenge durch das Dorf gejagt. Schafft er es lebend bis hinter eine Ziellinie, wird er begnadigt, allerdings hat es bis jetzt nur einen einzigen Stier gegeben, der erst nach 35 Minuten im Ziel starb. Derjenige, der die meisten Lanzen auf das Tier eingestochen hat, darf sich seine Hoden auf seine Lanze spießen.

Stiertreiben in Pamplona, Encierros - bei insgesamt 9 Rennen werden von 7. bis 14. Juli vor der Altstadt Pamplonas Stiere von einer Menschenmasse  zu Tode gehetzt.

EU subventioniert Stierkampf

Im Jänner 2001 gerieten die Stierkampfveranstalter durch die EU-Richtlinie 418/2000 in eine prekäre Situation, als aufgrund der BSE Krise untersagt wurde, die in der Arena und mangelhaften hygienischen Bedingungen zerlegten Tiere zu vermarkten. Durch die verwendeten Waffen könnte sich BSE-infiziertes Nervengewebe über das gesamte Fleisch verteilen.

Die Tiere zu verbrennen und nicht zu verkaufen bedeutete für die Züchter große finanzielle Verluste. Derzeit ist die Situation so, daß alle Tiere im Alter von 2 Jahren auf BSE getestet werden müssen und das Fleisch wieder verkauft werden darf.

Seit 20. Oktober 2004 müssen spanische Fernsehsender Warnhinweise vor Live-Übertragungen von Stierkämpfen ausstrahlen, indem auf den "explizit gewalttätigen Inhalt" hingewiesen wird!

Am 17. Juni 1997 beschlossen die EU-Mitgliedstaaten, den Tierschutz in den EU-Vertrag aufzunehmen: …in dem Wunsch, sicherzustellen, daß der Tierschutz verbessert und dem Wohlergehen der Tiere als fühlende Wesen Rechnung getragen wird… Javier Elorza, ständiger Vertreter Spaniens bei der EU erwirkte den Zusatz: "und berücksichtigt dabei religiöse Riten, kulturelle Traditionen und regionales Erbe" und hat damit als bekennender Stierkampf-Anhänger das barbarische Morden "gerettet", wie er sich lauthals brüstet.

Mit den Steuergeldern der EU-Staatsbürger, also auch Ihrem Geld,  wird die Zucht von Kampfstieren untersützt! Jeder Kampfstierzüchter erhält 210 Euro pro männlichem Tier für bis zu 90 Tiere pro Jahr, das ergibt bis zu 18 900 Euro pro Züchter. Weiters kann er Subventionen für Mutterkühe, Extensivhaltung und eine Schlachtprämie beantragen.

Die Europäische Kommission weiß genau Bescheid, dass diese Tiere zur Folter gezüchtet werden. Jedoch beabsichtigt sie bisher nicht, die Züchter von Kampfstieren von den Subventionen auszuschließen. Nach Recherchen der Münchner Tierschutzorganisation "Anti-Corrida" fließen jährlich bis zu 22,5 Mio. Euro aus dem EU-Fördertopf an ca. 1.200 spanische Kampfstierzüchter.

Der Österreichische Tierschutzverein hat versucht, die EU-Parlamentarier vom Unsinn der Subventionen zu überzeugen:

Wien, 26.2.2007

Sehr geehrte Damen und Herren,

sicherlich ist Ihnen bekannt, dass viehzüchter, die Stiere für den Stirkampf züchten, seitens der EU subventioniert werden. Als Tierschützerin und Vertreterin des Österreichischen Tierschutzvereins bin ich über diese Tatsache zutiefst erschüttert.
Ich ersuche Sie daher im Namen unserer Gönnerinnen und Gönner und sämtlichen Tierfreunden die "Schriftliche Erklärung 0002/2007" zu unterzeichnen, um eine weitere Subvention von Stierzüchtern zu unterbinden.

Bitte verhindern Sie mit Ihrer Unterschrift den Missbrauch von öffentlichen Geldern, um tierquälerische Praktiken zu finanzieren.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Löcker
Österreichische Tierschutzverein

Leider wurde die Deklaration nicht angenommen, aber immerhin ein erster Schritt in Richtung Abschaffung des Stierkampfes:

Stierkampf in Spanien -
Ist ein Ende der Tierquälerei absehbar?

In Spanien frönt man leider immer noch einer sehr zweifelhaften Tradition - der des Stierkampfes.

Obwohl Meinungsumfragen im Land bereits ergeben haben, dass den Spaniern keineswegs an einer Fortführung des Stierkampfes gelegen ist, will man immer noch nicht davon Abstand nehmen.Über die grausamen Praktiken ist man weltweit bestens informiert und auch Touristen meiden immer mehr dieses blutige Spektakel.
Selbst Politiker werden nun hellhörig, so wollten die EU-Parlamentarier eine  Anti-Stierkampf-Deklaration "Schriftliche Erklärung zu einem EU-weiten Verbot von Stierkämpfen" verabschieden, leider ist dies gescheitert:
Nur 211 von 785 EU-Abgeordneten unterstützten die schriftliche Erklärung zur Abschaffung des Stierkampfes. Das "Stimmverhalten" der österreichischen MEPs:

Alle  Sozialdemokratinnen unterstützten die Erklärung (Harald Ertl, Karin Scheele, Jörg Leichtfried, Herbert Bösch, Christa Prets, Hannes Swoboda, Wolfgang Bulfon), ebenso Hans Peter Martin, Richard Seeber von der Volkspartei, Eva Lichtenberger von den Grünen und Karin Resetarits von den Liberalen.
Mit Ausnahme von Richard Seeber verweigerte die Volkspartei geschlossen die Unterstützung der Erklärung (Agnes Schierhuber, Othmar Karas, Hubert Pirker, Reinhard Rack, Paul Rübig). Ebenso verweigerten Andreas Mölzer (ITS) und Johannes Voggenhuber von den Grünen die Unterschrift.
Gerade von den Grünen sollte man eine gemeinsame Haltung gegen diese Tierquälerei erwarten, Herr Voggenhuber argumentierte allerdings mit der Aufrechterhaltung der Tradition, die man keinem Land nehmen darf…

Doch die Gegner mehren sich, so hat kürzlich Venezuela ein gesetzliches Verbot in Begutachtung geschickt, das mit großer Sicherheit verabschiedet werden wird.
TierschützerInnen müssen vermehrt ein EU-weites Verbot fordern, denn schließlich zahlen wir alle mittels Subventionen an der Zucht der Kampfstiere mit!

Weitere Informationen unter:
www.antistierkampf.de
www.anti-corrida.de

 


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